Fallbeispiele – aus der Praxis
Bassa – Vollblutwallach - 14 Jahre
Vorbericht: Bassa ist noch nicht lange im Besitz der Reiterin und sie weiss dadurch nur wenig über ihn. Auffällig war sein schlechter abgemagerter Zustand und sein glanzloses Fell. Die Besitzerin hat Bassa innerhalb weniger Wochen zu „altem Glanz“ verholfen und als ich ihn das erste Mal sehe, steht ein prachtvolles und energiegeladenes Vollblut vor mir. Bassa ist sehr temperamentvoll, neigt aber auch zu Nervosität und Ungeduld.
Anamnese: Bassa ist ein typisches „Feuer“-Pferd: viel Energie, viel Temperament, aber auch viel (noch versteckte) Lebensfreude: er wirkt im Moment nervös, gereizt, angespannt, lässt sich nicht gerne anfassen und duldet eher, was mit ihm geschieht. Sein Shu-Punkt Herz ist leer, die Shu-Punkte Leber und Magen sind gespannt.
Behandlung: Bei Bassa muss ich von Anfang an sehr konsequent und energisch vorgehen, damit er mich und die Berührungen akzeptiert. In den ersten beiden Behandlungen beschränke ich mich auf überlappendes Abstreichen, Yin-Yang-Ausgleich und zentrieren. Danach konnte ich einen Meridian-Ausgleich des Magens machen. Ich behandele den Herz-Meridian erdend von oben nach unten und arbeite sedierend über den Yintang (Punkt zwischen den Augen). Ich streiche die Ohrspitzen aus, was ebenfalls beruhigend wirkt. Bassa gewöhnte sich zunehmend an die Shiatsu-Behandlungen, gewann allmählich Vertrauen und wurde ruhiger.
Fazit der Besitzerin: Die wichtigste Lehre aus der Behandlung von Susanne Schwarze war für mich ihre Einschätzung zu einem dringend nötigen konsequenten und energischen Umgang mit diesem temperamentvollen Tier. Ich konnte miterleben, wie er gerade durch die bestimmende ("zupackende") Behandlung ruhiger wurde. Das hätte ich nicht geglaubt, wenn ich es nicht gesehen hätte. Das hat mir das Kennenlernen dieses Pferdes sehr erleichtert.

Behandlung und Ausgleich des Blasen-Meridians
Cleo – Hannoveraner Warmblutstute - 13 Jahre
Vorbericht: wiederkehrende Probleme im Kreuzdarmbein-Bereich
Anamnese: Cleo gehört zum Element des „Wasser“-Pferdes: sie wirkt eher rundlich, obwohl sie schlank ist und wenn man ihr in die Augen schaut, scheint man zu versinken. Ihr Haarkleid ist sehr fein und seidig, ihre Bewegungen wirken trotz des Problems elastisch. Der Energiefluss ist im hinteren Bereich zwischen letztem Brustwirbel und ersten Schwanzwirbeln unterbrochen. Der Muskeltonus ist fest, die Muskulatur zwischen Hüfthöcker und Sitzbein angespannt. Cleo steht muskulär unter Anspannung.
Behandlung: Überlappendes Abstreichen soll ihr ein besseres Körpergefühl geben. Energetisch behandele ich dreimal im Abstand von jeweils einer Woche das Lenkergefäß und den Gallenblasenmeridian. Mit aktivierenden Techniken lockere ich die Muskulatur der Hinterhand, mache Dehnungen der Schweifrübe und der Extremitäten und arbeite am Gallenblasen-Meridian mit lehnenden Griffen.
Fazit der Besitzerin: Nach der Behandlung ging mein Pferd deutlich elastischer und freier in den Bewegungen. Interessant fand ich auch, dass Cleo die Behandlung sichtlich genossen hat, dabei lässt sie sich ansonsten nicht gerne am Körper anfassen.
Lucie – Schäferhund-Husky-Mix - 12 Jahre
Vorbericht: Cauda-equina-Syndrom mit Steifheit in der Hinterhand
Anamnese: Das Cauda-equina-Syndrom behandelte ich homöopathisch, die Symptome sind seitdem nicht mehr aufgetreten. Aufgrund auch ihres Alters leidet Lucie unter der Steifheit ihrer Hinterhand, das Treppenlaufen fällt ihr schwer, auch Hinsetzen und Aufstehen ist für Lucie schwierig. Lucie ist ein „Holz“-Typ: sie dominiert gerne, hat viel Energie zur Verfügung und einen starken Willen. Sie hat Mut, Ausdauer und Persönlichkeit.
Behandlung: Bei der ersten Behandlung behandele ich den Gallenblasen-Meridian, da er für den Muskeltonus und die Qualität der Muskulatur steht. Ich mache passive Gelenkbewegungen entlang der Hinterläufe und arbeite mit passiven Rotationsbewegungen. Bei der zweiten Behandlung stretche ich zusätzlich den Blasenmeridian und arbeite am Magen-Meridian, da Lucie in der letzten Zeit häufiger Durchfälle hatte. Außerdem mache ich Dehnungen der Vorder- und Hinterpfoten, die sie sichtlich genießt. Bei der dritten Behandlung arbeite ich am Blasen-Meridian und behandele mit aktivierenden und dehnenden Griffen die Muskulatur des hinteren Rückens und der Hinterläufe.
Fazit der Besitzerin: Bereits nach der ersten Behandlung machte Lucie einen viel lebensfroheren Eindruck und sie wälzte sich das erste Mal seit langem wieder auf dem Rücken. Lucie ist beweglicher geworden und auch das Treppenlaufen fällt ihr nicht mehr so schwer.